Die Ausgangssituation

I.I.        Der Prospekt:
                       
Der Prospekt zu einem geschlossenen Immobilienfond ist ein hochkomplexes Machwerk. Darin sollen alle Verkaufsargumente, selbstverständlich in Hochglanz so ausführlich und weitschweifend wie möglich dem Anleger, den Beratern und auch den Banken schmackhaft gemacht werden.
In unserem Fall, dem Fuggerstadtcenter beinhaltet der Prospekt gleich noch den Gesellschaftervertrag mit all seinen extrem komplizierten juristischen Klauseln, die im Nachhinein betrachtet wohl nur den Initiatoren des Prospektes dienen sollen.

 

I.II.       1.307 Anleger

Es gibt keinen „klassischen“ Anleger. Unter uns befinden sich:

  • Menschen, die sich auf ihren Ruhestand vorbereiten. Es war gerade zum Ende der 90-er Jahre als jeder Politiker, Anlageberater, Banker und auch Journalisten von der dringenden Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge sprachen. Die gesetzliche Rente wird ja nie reichen.
  • Menschen, die den wirtschaftlichen Versprechungen glaubten. Es gäbe angeblich jährlich sichere Ausschüttungen. Beginnend mit 6% und steigend über die Jahre auf wohl bis 11%. Und eine Anerkennung des steuerlichen Verlustes von über 30% sollte es ja auch noch geben. Da hat sich das ja schon nach 10 – 12 Jahren gerechnet.
  • Menschen, die einfach wussten, dass sie irgendwas, mit ihrem Geld machen mussten und dem wortgewandten Anlageverkäufer vertrauten. Man kannte sich ja schließlich auch meist privat, man hatte ja schließlich auch seinen ganz privaten, eigenen Anlageberater.

 

I.III.      Die Initiatoren
Da handelt es sich um ganz illustre Persönlichkeiten sowohl aus der Baubranche, Kaptitalberater, Rechtsanwälte, Steuerberate als auch Geschäftsführer von Service GmbHs und anderen tollen Persönlichkeiten.

 

I.IV.      Das Bankenkonsortium
Unter der Westdeutschen Immobilienbank haben sich 3 Banken bereitgefunden, 113 mio DM(!) für das Objekt zu finanzieren. Aber nur unter der Bedingung, es kommt nochmal fast genauso viel Geld als Sicherheit. Dieses zusätzliche Geld, ca. 86 mio DM(!) haben dann die Berater von ihren gutgläubigen Kunden eingetrieben.

 

I.V.       Der Berater
Davon gab es reichlich. Die einen waren mehr oder weniger beim AWD direkt oder freiberuflich beschäftigt. Die anderen waren unabhängige Anlageberater, die sich über Jahre einen Kundenstamm aufgebaut haben.

 

I.VI.      Die finanzierenden Banken
Da haben sich im Wesentlichen 3 Banken gefunden, die dem Anleger bereitwillig und unbürokratisch die Beteiligung am Fuggerstadtcenter finanzierten. Erstaunlicherweise haben diese Banken dabei richtig Mut und Kreativität gezeigt, und selbst das verbundene Haustürgeschäft mit fragwürdigen Kreditvergabeformalitäten nicht gescheut.